Auf dem Foto könnt ihr einen Haarballen sehen – von Elvis ausgewürgt. Haarballen gehören zu den weniger appetitlichen Dingen, die das Zusammenleben mit einer Katze mit sich bringt. Der Fachausdruck für eine solche Verklumpung von unverdaulichen Materialien im Magen eines Tieres lautet übrigens Bezoar.
Ausgewürgter HaarballenWenn man wie ich mit einer sehr flauschigen Katze zusammenlebt, die sich aber überhaupt nicht gern bürsten lässt, begegnet man solchen Haarballen häufiger, als einem lieb ist. Vorzugsweise am frühen Morgen, wenn man mit nüchternem Magen, barfuß und ohne Brille durch die Wohnung tapert. Weitere Details erspare ich euch an dieser Stelle…

Wie entstehen Haarballen?

KatzenzungeEine Katzenzunge ist rau wie Schmirgelpapier, denn sie ist mit vielen kleinen Hornzähnchen besetzt. Sie erfüllt eine ganze Reihe von Aufgaben: Unter anderem kann die Katze mit ihrer Zunge Knochen abraspeln oder Flüssigkeit aufnehmen und in den Mund befördern.  Außerdem putzen sich Katzen mit ihrer Zunge. Die Hornzähnchen, auch Papillen genannt, sind hervorragend dafür geeignet, das Fell zu säubern, zu glätten und von Verfilzungen zu befreien.

Da die Papillen nach hinten gerichtet sind, kann die Katze hängen gebliebene Haare nicht wieder ausspucken. Die Haare müssen herunter geschluckt werden. Einzelne Härchen werden über den Darm wieder ausgeschieden. Manchmal sammeln sich aber größere Mengen Haare im Magen an und bilden dort einen Klumpen. Während des Fellwechsels kommt es übrigens besonders oft zu Haarballen. Langhaarkatzen sind häufiger betroffen als Kurzhaarkatzen.

Der normale Weg, den Haarklumpen aus dem Magen wieder hinaus zu befördern, ist das Auswürgen. Wenn eure Katze kotzt und dabei ein wurstförmiges Gebilde wie auf dem Titelfoto herauskommt, müsst ihr euch also keine Sorgen machen. Gelingt das Auswürgen nicht, kann Verstopfung oder im schlimmsten Fall ein Darmverschluss die Folge sein. Doch keine Panik, meist kann der Tierarzt die Sache mit einem Einlauf beheben.

Gras hilft den Tieren bei der Ausscheidung der Haarballen. Wohnungskatzen sollten deshalb immer Katzengras als Verdauungshilfe zur Verfügung haben.

Was tun gegen Haarballen?

Am besten ist es sicher, wenn erst gar keine Haarballen entstehen. Wie könnt ihr diese vermeiden oder zumindest reduzieren? Hier ein paar Tipps:

  • Eine ausgewogene Ernährung sorgt für gesundes Fell und kann den Haarausfall während des Fellwechsels reduzieren
  • Regelmäßiges Bürsten entfernt die losen Haare, bevor sie in den Magen gelangen
  • Spezielle Anti-Hairball-Katzensnacks* für zwischendurch reduzieren die Haarballen
  • Auch Malzpaste* fördert die Ausscheidung verschluckter Haare

Haben eure Katzen häufig mit Haarballen zu kämpfen? Hinterlasst mir einfach einen Kommentar.

*Affiliate-Link (was ist das?). Bilder: © Bärbel Edel, Jennifer Leigh (Flickr) via Wikimedia Commons