Unsauberkeit bei Katzen kann viele Gründe haben. Nach dem Motto „Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung“ ist zunächst einmal Ursachenforschung angesagt. Im ersten Teil der Artikelserie habe ich deshalb eine Reihe möglicher Ursachen für Probleme mit dem stillen Örtchen zusammengestellt. Hier im zweiten Teil möchte ich Euch einige Maßnahmen zur Abhilfe vorstellen.

Unbedingt erst zum Tierarzt

Wird eure Katze plötzlich unsauber, kann eine Harnwegs- oder Darmerkrankung dahinter stecken, die behandelt werden muss. Deshalb solltet Ihr unbedingt als Erstes einen Tierarzt aufsuchen, um eine körperliche Ursache auszuschließen. Möglicherweise muss das Futter umgestellt werden, vielleicht verordnet der Tierarzt auch Medikamente.

Sofortmaßnahmen

Parallel zum Tierarztbesuch sind die folgenden Sofortmaßnahmen ratsam:

Verschmutzte Gegenstände entfernen

Hat die Katze zum Beispiel auf eine Decke, ein Kissen oder die Badematte gepinkelt, solltet ihr diese Gegenstände eine Zeit lang entfernen. Waschen und wieder hinlegen bringt in der Regel nichts. Es könnte die Katze eher zum Weitermachen animieren. Sucht sich die Katze keinen Ersatzort, könnt ihr aufatmen. Dann war es wahrscheinlich ein einmaliger Ausrutscher.

Richtig reinigen

SchwämmeKatzenurin stinkt ausgesprochen hartnäckig. Sofa, Sessel oder Teppichboden müssen deshalb gründlich gereinigt werden. Das Problem: Selbst wenn wir Menschen nichts mehr wahrnehmen, die feinen Katzennasen können auch noch winzige Urinspuren riechen. So lang das der Fall ist, besteht die Gefahr, dass eure Katze die gleiche Stelle immer wieder zum Katzenklo umfunktioniert. Normale Haushaltsreiniger schaffen das allerdings nicht. Hier helfen nur Reiniger aus dem Fachhandel, die dem Urin mit speziellen Enzymen oder Bakterien zu Leibe rücken.

Stelle umwandeln

Nach der Reinigung kann man die Stelle durch ein Schälchen mit Futter von einem „Ersatzklo“ in einen Fressplatz umwandeln. Katzen gehen normalerweise nicht dort aufs Klo, wo gefressen wird. Manchmal hilft es auch, dort ein Lieblingskissen hinzulegen. Oder ihr spielt mit eurer Samtpfote an dieser Stelle.

Toilettenmanagement

Häufig kommt die Mieze mit dem Katzenklo an sich nicht (mehr) klar. Das kann unter anderem an der Anzahl der Toiletten, dem Standort, dem Modell, der Einstreu oder der Reinigung liegen. Bei Unsauberkeit im Zusammenhang mit der Katzentoilette haben sich folgende Maßnahmen bewährt:

Anzahl der Katzenklos erhöhen

Als erstes solltet ihr ein oder mehrere zusätzliche Katzenklos aufstellen. Als Faustregel gilt: Immer ein Klo mehr als Katzen im Haushalt leben. Bei zwei Katzen braucht ihr demnach drei Toiletten.

Standort überprüfen

Nicht umsonst nennt man die Toilette das stille Örtchen. Auch Katzen wollen ihr Geschäft möglichst ungestört verrichten. Optimal ist ein ruhiger Standort mit zwei Fluchtwegen. Das Katzenklo sollte nicht in der Nähe des Schlafplatzes, der Futter- oder der Wasserstelle stehen. Zwei oder gar drei Klos nebeneinander werden als ein Klo wahrgenommen. Stellt die Klos deshalb möglichst weit voneinander entfernt auf. Hausbesitzer sollten in jedem Stockwerk eine Toilette zur Verfügung stellen.

Ein anderes Modell bereit stellen

Die meisten Stubentiger mögen große, offene Katzenklos mit Platz zum Scharren und Drehen. Haubentoiletten, womöglich noch mit Schwingtür, sind vielen Katzen zu eng und zu muffig. Da sucht sich so manche Katze eine luftigere Alternative. Am besten, ihr tauscht zunächst eine Haubentoilette gegen ein offenes Modell aus und beobachtet, was passiert.

Mehr Katzenstreu einfüllen

Manchmal enthält das Katzenklo zu wenig Streu, um die Hinterlassenschaften ordentlich zu verscharren. Achtet auf eine Füllhöhe von sieben bis zehn Zentimetern.

Die Streusorte wechseln

Bei der Sorte hat jede Katze so ihre eigenen Vorlieben und Abneigungen. Streu mit Babypuderduft zum Beispiel mag manchen Menschen gefallen, für feine Katzennasen ist es eher ungeeignet. Wenn ihr eine neue Streu ausprobieren wollt, vorsichtshalber erst einmal nur eine Toilette damit befüllen.

Öfter reinigen

Wer geht schon gerne auf ein versifftes Klo? Urinklumpen und Kot sollten mindestens zweimal am Tag entfernt werden. Streu auffüllen nicht vergessen.

Stress reduzieren

Unsauberkeit und vor allem vermehrtes Harnmarkieren kann auch durch Stress ausgelöst werden. Die Katze fühlt sich in ihrem Revier bedroht und muss es durch Markierungen verteidigen.

Kastration

Unkastrierte Kater und Katzen markieren übrigens häufiger, denn damit hinterlassen sie Signale für mögliche Sexualpartner. Für verantwortungsvolle Katzenhalter sollte es daher selbstverständlich sein, ihre Katzen kastrieren zu lassen.

Rückzugsmöglichkeiten schaffen

Manchmal ist es gar nicht so einfach, den Stress zu reduzieren – zum Beispiel, wenn das eigene Tier vom ruppigen Nachbarskater eingeschüchtert wird. Leben mehrere Katzen in einem Haushalt, sollte man auf genügend Rückzugsmöglichkeiten achten. Vielleicht einen zusätzlichen Kratzbaum als Rückzugsort aufstellen?

Mehr spielen

Stress kann auch durch Langeweile entstehen. Spielt ihr genug mit euren Katzen? Haben sie genug Abwechslung? Spiel und Spaß helfen, Stress abzubauen.

Therapeutische Hilfe

Wenn das alles nichts nützt, solltet ihr euch professionelle Hilfe holen. Denn manchmal steckt hinter einer Unsauberkeit auch ein ernstes psychisches Problem, wie zum Beispiel eine Angststörung. Eine Tiertherapeutin kann der Ursache auf den Grund gehen und die Störung behandeln.

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