Katzenohren sind wahre Wunderwerke der Natur. Damit die flauschigen Lauscher gesund und funktionstüchtig bleiben, sollten Halter die Ohren ihrer Katzen regelmäßig kontrollieren und – falls nötig – auch pflegen. Katzenexpertin Birgit Rödder erklärt, worauf es zu achten gilt.

Wunderwerk Katzenohr

Jedes Katzenohr verfügt über 32 Muskeln. Damit lassen sich die Hörorgane wie Satellitenantennen in fast alle Richtungen drehen. Mit ihren Lauschern können Katzen nicht nur dreidimensional hören und damit jedes Geräusch präzise orten, sondern in den Ohren sitzt auch der Gleichgewichtssinn. Das multifunktionale Organ ist deshalb besonders wichtig.

Katzen haben übrigens ein ausgezeichnetes Gehör, wie man auf Wikipedia nachlesen kann: Ihr Frequenzbereich reicht bis etwa 65.000 Hertz, was den des Menschen um mehr als das Dreifache übersteigt.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Katzen sind grundsätzlich sehr reinliche Tiere und kümmern sich normalerweise selbst um ihre Körperpflege. „Sie wischen sich mit ihren angefeuchteten Vorderpfoten kleinere Verschmutzungen aus den Ohren oder lassen sich von Artgenossen ablecken“, so die Expertin Birgit Rödder. Allerdings sollten Halter die Ohren der eigenen Katzen regelmäßig kontrollieren, um Erkrankungen zu vermeiden. „Dabei sollten sie darauf achten, ob Verunreinigungen zu erkennen sind und die Katze sensibel auf Berührungen am Ohr reagiert oder verstärkt unter Juckreiz leidet“, so Rödder. Dies deute auf mögliche Infektionen hin und sollte im nächsten Schritt vom Tierarzt untersucht werden.

Damit die eigene Samtpfote sich ohne großen Widerstand am Ohr untersuchen lässt, sollten Katzenfreunde sie möglichst frühzeitig an solche Kontrollen gewöhnen. So lernt sie schon als junges Tier, in diesen Situationen ruhig zu bleiben. „Auf keinen Fall darf man die Katze zur Kontrolle zwingen. Sonst wird sie die Untersuchung negativ wahrnehmen und im schlimmsten Fall Angst vor dem Halter entwickeln“, sagt die Expertin. Hier ist Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt.

Ohren richtig reinigen

Bei größeren Verunreinigungen oder Infektionen am Ohr sollte man mit der Katze zum Tierarzt. „Sollten jedoch kleinere Verunreinigungen oder verklebte Haare zu sehen sein, kann man die Ohren vorsichtig im äußeren Bereich mit einem sauberen, angefeuchteten und fusselfreien Tuch abreiben. Auf Pflegemittel, Shampoos, Seifen oder Öle, die eigentlich für Menschen gedacht sind, sollten Halter aber auf jeden Fall verzichten. Diese empfinden Katzen aufgrund des intensiven Geruchs oft als unangenehm“, so Rödder.

Ohrenstäbchen sind ein absolutes No-Go, da sie die empfindlichen Hörorgane der Vierbeiner verletzen können.

Quelle: IVH; Bild © Lieblingskatze