Auf dem Land gibt es jetzt überall flauschigen Nachwuchs. In den Ställen und Scheunen der Bauernhöfe kommen die Frühjahrskatzen zur Welt. Wie alle Katzenkinder brauchen sie mit 12 bis 16 Wochen ein neues Zuhause. Wie aber werden aus den kleinen Wilden, die fast ohne Kontakt zu Menschen aufgewachsen sind, überhaupt zutrauliche Heimtiere?

Ruhe und Geduld

„Mit viel Ruhe und Geduld“, sagt die Katzenbuch-Autorin Brigitte Eilert-Overbeck. Sie selbst hat mit Kätzchen vom Land gute Erfahrungen gemacht. „Es hat einige Zeit gedauert, bis die Tiere Zutrauen gefasst hatten, aber von diesem Moment an haben sie sich zu sehr anhänglichen Hausgenossen entwickelt.“

Die Autorin empfiehlt: „Wer einem oder besser noch zwei Bauernhofkätzchen ein neues Zuhause geben will, sollte allerdings ein paar Besonderheiten berücksichtigen.“

Freigang oder ruhige Wohnung

Für die Etagenwohnung in der Stadt eignen sich die Kätzchen vom Bauernhof weniger. Sie werden eher glücklich, wenn sie Freigang haben – schließlich wurden sie in ihrer sensiblen Phase auf ein Leben als Jäger geprägt. Auch in eine lebhafte, turbulente Familie mit temperamentvollen Kindern passen sie nicht so gut, weil sie auf Trubel mit Angst und Scheu reagieren können. Der Grund: Ihnen fehlen liebevolle Erfahrungen mit Menschen. Sie wissen nicht, dass von Staubsaugerlärm oder Musik keine Gefahr ausgeht und dass größere Lebewesen wie Kinder und Erwachsene sie nicht als Beute betrachten. Von Menschenhänden erwarten sie in der Regel eher unangenehme Übergriffe als Streicheleinheiten.

Katze spielt im Gras

So klappt die Eingewöhnung

In einem ruhigen Haushalt lernen die „Ungeprägten“ eher, Zutrauen zu fassen. Dabei sollte man den Tieren anfangs nur einen möglichst sparsam eingerichteten Raum mit Futternapf, Wasserschale, Katzenklo, Gelegenheit zum Krallenschärfen und etwas Spielzeug zur Verfügung stellen. Man sollte sich oft mit ihnen dort aufhalten, aber die Kätzchen zunächst in Ruhe lassen und erst streicheln, wenn das Tier von sich aus Kontakt aufnimmt. Leises Ansprechen und die Hände zum Beschnuppern hinhalten ist in Ordnung. Geregelte Abläufe schaffen Vertrauen, deshalb empfiehlt es sich, die Katzenkinder immer zu bestimmten Zeiten zu füttern. Schon nach ein paar Tagen bricht sich normalerweise die Neugier Bahn und die Kätzchen erkunden mutig ihre neue Umgebung.
Quelle: IVH, Bild: © Fotolia, Nadine Haas