Angesichts der aktuell grassierenden COVID-19-Pandemie sind auch viele Katzenhalter in Sorge: Kann meine Katze das Virus SARS-CoV-2 bekommen? Bleiben die Tierarztpraxen geöffnet? Wohin mit dem Tier, wenn ich krank werde? Mit den Corona-News für Katzenhalter möchte ich euch ab heute so gut es geht auf dem Laufenden halten.

Steigen wir also gleich mit einer drängenden Frage ein:

Kann sich meine Katze mit dem neuen Coronavirus infizieren?

Laut Friedrich-Loeffler Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) kommen Coronaviren “natürlicherweise auch bei Heim- und Nutztieren vor”. Diese unterscheiden sich allerdings gravierend von den Coronaviren, die schwere Atemwegserkrankungen beim Menschen verursachen.

Zwar wurde Ende Februar in Hongkong der Hund eines mit dem COVID-19-Virus infizierten Patienten schwach positiv auf das Virus getestet, der Hund zeigte jedoch keinerlei Krankheitssymptome. Das ist – Stand heute – aber auch der einzige bekannte Fall, bei dem es einen Zusammenhang zwischen Haustier und neuem Coronavirus gibt. In seinen “aktuellen Empfehlungen zum Umgang mit Haustieren” schreibt der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt): “Entsprechend der Angaben der Welttiergesundheitsorganisation (OIE) gibt es derzeit weder Hinweise darauf, dass Haustiere mit dem COVID-19-Virus infiziert werden können, noch Haustiere eine Infektionsquelle für Menschen sein könnten. ” An dieser Front also erst einmal Entwarnung. Die Sache wird weiter beobachtet, in begründeten Einzelfällen sollen laut bpt auch Haustiere getestet werden, um “um weitere Informationen zu Ansteckungsszenarien zu gewinnen.”

Bleiben die Tierarztpraxen offen?

Laut einem Merkblatt der Bundestierärztekammer ist noch nicht offiziell geklärt, ob Tierarztpraxen zu den systemrelevanten Einrichtungen gehören und somit geöffnet bleiben dürfen. Für alle, die in Bayern wohnen, gestaltet sich die Sachlage momentan etwas entspannter: Im Newsletter der bayerischen Tierärztekammer vom 16. März heißt es, dass Tierarztpraxen in Bayern weiter geöffnet bleiben dürfen. Wie der Kurier berichtet, schränken in Österreich einige Tierarztpraxen den Betrieb ein, dürfen prinzipiell aber öffnen.

Update 18.3.2020, 17:00 Uhr: Heiko Färber, Geschäftsführer des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte, glaubt nicht daran, dass die Praxen von Tierärzten geschlossen werden müssen. Auch in anderen europäischen Ländern mit stärkeren Restriktionen wie Italien, Frankreich und Österreich sind die Praxen weiterhin offen. “Es steht außer Frage, dass kranke Tiere behandelt werden müssen”, sagt Färber. Allerdings rechnet er mit Einschränkungen. So werden wahrscheinlich nur noch Notfälle behandelt und die Patientenbesitzer dürfen nicht mehr mit in die Praxis. Der Transportkorb muss künftig wohl vor der Tür abgestellt werden.

Ich werde versuchen, hier noch genaueres in Erfahrung zu bringen. Stay tuned!

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