Nichts für Feiglinge: Katzenkrallen schneiden bei Elvis

von Bärbel
Katze auf Wandbrett

[Werbung] Krallen schneiden ist gar nicht so schwer. Vorausgesetzt, man hat eine geduldige Katze oder einen lieben Menschen, der die zappelnde Samtpfote festhält. In diesem Artikel erzähle ich euch, wie ich die Krallen bei Elvis schneide und warum ich zum Krallenschneiden einen Nagelknipser für Menschen benutze.

Inhaltsübersicht

Elvis erledigt seine Körperpflege am liebsten selbst: So lässt er sich zum Beispiel nicht bürsten und verschluckt beim Putzen lieber jede Menge Haare, als sich helfen zu lassen. Auch wenn er inzwischen 16 Jahre auf dem Buckel hat, sieht er trotzdem immer noch top gepflegt aus.

Nur mit der Pediküre klappt es nicht so gut. Deshalb muss ich seine Krallen immer wieder mal schneiden.

Die Katzenkralle: Werkzeug und Waffe

Katzenkrallen können auf vielseitige Weise eingesetzt werden: So helfen sie der Katze beim Beutefang, dienen als „Steigeisen“ beim Klettern und eignen sich prima zum Kratzen, wenn der Pelz juckt.

Obwohl sie „nur“ aus Horn bestehen, sind die Krallen eine scharfe Waffe gegen Angreifer aller Art.

Katzen gehören zu den wenigen Tieren, die ihre Krallen bei Bedarf einziehen oder ausfahren können. Möglich macht’s eine Beugesehne am unteren Ende der Pfote.

Ursachen für zu lange Krallen

Katzenpfote mit eingezogenen Krallen

Pfote von Elvis mit eingezogenen Krallen

Werden sie gerade nicht gebraucht, sind die Krallen eingezogen und ruhen in der sogenannten Krallentasche. Weil Katzen normalerweise mit eingezogenen Krallen laufen, nutzen sich diese beim Laufen nicht ab.

Wie die Fingernägel beim Menschen, wachsen aber auch die Krallen einer Katze kontinuierlich nach. Damit sie nicht zu lang werden, müssen sie immer wieder abgeschliffen werden. Freigänger benutzen zum Wetzen und Schärfen ihrer Krallen die Baumstämme, die sie in der Natur vorfinden.

Wohnungskatzen brauchen einen Kratzbaum für ihre Pediküre. Elvis findet allerdings, dass sich auch Polstermöbel gut dafür eignen 😉.

Vor allem bei Wohnungskatzen reichen die vorhandenen Kratzmöglichkeiten oft nicht aus, die Krallen werden trotzdem zu lang. Auch kranke oder ältere Tiere schaffen es oft nicht mehr, ihre Krallen kurz zu halten. Dann muss der Mensch nachhelfen.

Zu lange Krallen erkennen

Woran erkennt ihr nun, ob die Krallen eurer Mieze zu lang sind?

Bei Elvis konnte man es hören: Als er zu uns kam, waren seine Krallen so lang, dass es klackerte, wenn er über den Laminatboden lief. Im Tierheim war er in einem Käfig untergebracht und hatte dort keinen Kratzbaum, um seine Krallen zu bearbeiten.

Das Klackern ist nicht das einzige Indiz. Auch wenn eure Katze plötzlich „unrund“ läuft oder sich nicht mehr so gern bewegt, kann das an zu langen Krallen liegen. Ein weiterer Hinweis: Eure Mieze bleibt mit den Pfoten hängen, wenn sie Textilien berührt.

Katzenkrallen kontrollieren

Pfotenballen Katze

Wenn man auf den Ballen in der Mitte drückt, fahren die Krallen aus

Damit es erst gar nicht so weit kommt, kontrolliert ihr am besten regelmäßig die Tatzen eurer Samtpfote. Dazu nehmt ihr die Pfote eurer Mieze vorsichtig in die Hand und drückt sanft auf den Ballen, bis die Krallen herausschauen.

Wichtig zu wissen: Die Vorderpfoten einer Katze verfügen über fünf Zehen. Der Daumen liegt dabei etwas höher und berührt den Boden beim Laufen nicht. An den Hinterpfoten sind es dagegen nur vier Zehen.

In der Regel müssen die Krallen ungefähr alle zwei Monate geschnitten werden.

Zu lange Krallen können gefährlich werden

Sind die Katzenkrallen zu lang, kann es ernsthafte Probleme geben. Hier einige Beispiele:

  • Lange Krallen können in den Pfotenballen einwachsen. Das kann zu schmerzhaften Entzündungen führen
  • Die Katze kann an Teppichen oder Textilien hängen bleiben und – wenn sie Pech hat – eine Kralle herausreißen
  • Sie kann sich beim Putzen oder Kratzen selbst verletzen
  • Einzelne Krallen können ungünstig abbrechen, splittern und schief nachwachsen
  • Es kann Probleme beim Laufen geben, mit negativen Folgen für den gesamten Bewegungsapparat

Katzenkrallen schneiden mit der Krallenschere

Experten empfehlen zum Kürzen der Krallen eine Krallenschere für Katzen und Kleintiere. Die funktioniert im Prinzip wie eine normale Schere, mit dem Unterschied, dass die beiden Klingen eine spezielle Form und einen besonderen Schliff haben.

In der Mitte der beiden KIingen befindet sich eine runde Aussparung. Dort passt die Kralle mit ihrem runden Querschnitt gut hinein.

Im Hause Lieblingskatze hat sich die „Profi“-Krallenschere allerdings nicht bewährt, denn sie hat zwei Nachteile:

  1. Handelsübliche Krallenscheren eignen sich gut für Rechtshänder. Bei Linkshänderinnen wie mir funktionieren sie nicht optimal
  2. Außerdem wird die Schere quer zur Kralle geführt, was ich eher unhandlich finde

Achtung: Bitte verwendet auf keinen Fall eine normale Haushaltsschere. Die langen und spitzen Klingen sind viel zu gefährlich!

Katzenkrallen schneiden mit dem Nagelknipser

Nagelknipser und Krallenschere

Nagelknipser und Krallenschere

Bei Elvis verwende ich zum Katzenkrallen schneiden einen gewöhnlichen Nagelknipser. Damit kann ich die Kralle ganz easy von vorne erfassen und abschneiden.

Wobei „ganz easy“ natürlich maßlos übertrieben ist, wenn die Katze nicht mitmachen will. Man kann sich nicht vorstellen, welche Kräfte ein so kleines Tier entwickeln kann, wenn es darauf ankommt.

Für die Prozedur sammle ich erst einmal meinen ganzen Mut zusammen. Dann setze ich mich hin und klemme Elvis zwischen meine Oberschenkel. Dabei zeigt der Katzenpopo in meine Richtung, so dass er nicht abhauen kann.

Dann packe ich mit der rechten Hand die zappelnde Vorderpfote, halte sie fest und drücke auf den Pfotenballen, damit die Krallen herauskommen.

Jetzt kommt der spannende Teil der Aufgabe: Mit der linken Hand schneide ich Kralle für Kralle mit dem Nagelknipser ab. Manchmal wehrt sich Elvis dabei so sehr, dass ich – Achtung Wortspiel! – mit Festhalten alle Hände voll zu tun habe. In diesem Fall übernimmt mein Mann das Schneiden.

Auch im Team ist es von Vorteil, wenn man die Kralle von vorn abzwicken kann. Dass durch den Nagelknipser die Krallen nennenswert splittern, konnte ich noch nicht feststellen.

Ich bin jedes Mal erleichtert, wenn ich das Krallen schneiden ohne größeres Blutvergießen hinter mich gebracht habe. Deshalb bekommt Elvis danach immer ein paar Leckerli zur Belohnung.

Wichtig: Das Krallenmark nicht verletzen

Im Inneren der Kralle befindet sich das sogenannte Krallenmark, das aus Nerven und Blutgefäßen besteht. Es darf beim Krallen schneiden nicht verletzt werden. Achtet also darauf, dass ihr immer nur die unbelebte Spitze der Kralle abschneidet. Im Zweifelsfall lieber zu wenig abschneiden als zu viel.

Bei hellen Krallen ist das Krallenmark recht gut als rötlicher Bereich zu erkennen. Bei dunklen Krallen sind die Gefäße schlecht zu sehen. Manchmal hilft es, die Krallen mit einer Taschenlampe anzuleuchten, um das Mark vom Horn zu unterscheiden.

Was tun, wenn die Kralle blutet?

Falls ihr aus Versehen doch ein Blutgefäß erwischt habt, könnt ihr die Blutung mit einem Wattepad oder einem Taschentuch stillen. Alternativ könnt ihr versuchen, die Blutung mit einem Blutstillstift, der zum Rasieren verwendet wird, zu stoppen.

Blutet die Kralle nach fünf Minuten immer noch, solltet ihr mit eurer Katze besser in die Tierarztpraxis fahren.

Tipps zum Krallen schneiden

Zum Schluss möchte ich euch noch ein paar Tipps zum Krallen schneiden mit auf den Weg geben:

  • Sorgt für eine ruhige Atmosphäre beim Krallen schneiden. Eine hektische Stimmung überträgt sich auf eure Mieze
  • Gute Vorbereitung hilft: Legt euch euer Werkzeug (Schere oder Knipser) und Mittel zum Stillen eventueller Blutungen vorher zurecht
  • Mit Clickertraining könnt ihr das Pfötchen geben üben
  • Falls ihr euch nicht traut, könnt ihr die Krallen auch von der Tierärztin schneiden lassen. Wenn eure Katze bei der AGILA Haustierversicherung versichert ist, übernimmt diese die Kosten
  • Vergesst das Leckerli zur Belohnung nicht 😉

Habt ihr noch Fragen zur Krallenpflege? Dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar!

Dieser Artikel entstand im Rahmen der AGILA Influencer Mottowochen 2022. Thema der diesjährigen Mottowochen ist „Haustierpflege für Hund und Katze“. Herzlichen Dank an die AGILA Haustierversicherung für die Unterstützung!

Bilder: Lieblingskatze

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