Als ich unseren Kater aus dem Tierheim holte, hatte ich nichts von all den Gegenständen, die man für eine Katze braucht. Es war Sonntag, die Läden hatten zu. Eigentlich wollte ich Elvis erst ein paar Tage später zu uns holen und bis dahin alles Nötige einkaufen. Doch es kam anders: Die Raumnot im Katzenhaus des Münchner Tierheims war groß und der verängstigte schwarzweiße Kater war, wie viele andere auch, in einem kleinen Käfig untergebracht. „Wollen Sie, dass er noch länger hier bleibt?“ fragte mich die Mitarbeiterin. Das gab den Ausschlag. Nach dem die Formalitäten erledigt waren, bekam ich gegen eine faire Zusatz-Spende den Kater samt Transportbox, einem Katzenklo und einem Vorrat an Streu und Futter mit. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an das Münchner Tierheim für die nette und unbürokratische Starthilfe.

So bekam Elvis seine erste Mahlzeit im neuen Heim auf einer Untertasse. Inzwischen sieht man unserem Haushalt durchaus an, dass hier auch ein pelziger Mitbewohner lebt.

Was braucht man alles, wenn eine Katze bei einem einzieht? In den folgenden Artikeln wird die Grundausstattung einer Katze beschrieben – bezogen auf ein Tier.

Grundausstattung einer Katze Teil 1

Futternäpfe

Katzennäpfe werden in allen möglichen Farben, Mustern und Materialen angeboten. Es gibt sie zum Beispiel aus Glas, Keramik, Kunststoff oder Edelstahl. Viel wichtiger als ein hübsches Design ist meiner Meinung nach ein robustes, leicht zu reinigendes Material. Es sollte nichts von der Beschichtung absplittern können. Manche Katzen fressen ihren Napf nicht sofort leer, sondern teilen sich ihre Ration in mehrere kleine Portionen ein – das kann sich durchaus ein paar Stunden lang hinziehen. Deshalb sollte die Oberfläche der Schüsseln nicht allzu porös sein, damit sich auf Dauer keine winzigen Essensreste oder Bakterien festsetzen können.

Ich habe mich für Futternäpfe aus Edelstahl entschieden. Optisch vielleicht nicht das Nonplusultra, aber sehr hygienisch, spülmaschinenfest und nicht allzu teuer. Mein Kater bekommt auch sein Wasser daraus. Wer nicht ständig von Hand spülen will, sollte sich gleich mehrere Näpfe anschaffen. Füttert man zum Beispiel drei Mahlzeiten am Tag und besitzt eine Spülmaschine, kommt man mit sechs bis zehn Näpfen ganz gut hin.

Wichtig:  Näpfe richtig aufstellen

Evolutionsgeschichtlich gesehen sind Katzen Wüstentiere. Sie sind darauf programmiert, sich ihr Wasser von der Futterstelle entfernt zu suchen und trinken nie dort, wo sie essen. Wasser-  und Futternapf sollten deshalb immer getrennt voneinander aufgestellt werden – und bitte nicht in der Nähe der Katzentoilette. Das mögen die feinen Nasen überhaupt nicht!

Napfunterlagen

Beim Fressen geht auch manchmal etwas daneben. Manche Katzen fischen sich erst die Fleischstückchen aus der Schüssel und legen sie auf den Boden, um sie dann zu fressen. Wer nicht jeden Tag den Boden wischen will oder empfindliche Böden hat, ist mit einer Napfunterlage gut beraten. Am besten zwei zum Wechseln nehmen. Die Napfunterlagen aus dem Tierfachhandel sind allerdings nicht jedermanns Geschmack. Tischsets aus dem Möbel- oder Wohnaccessoire-Handel sind oft hübscher und preiswerter.

Katzentoilette

Eine Faustregel lautet: Für jede Katze im Haushalt eine Toilette plus ein zusätzliches Klo. Mein Kater kommt allerdings mit einem einzigen Katzenklo wunderbar aus. Ich kenne auch zwei Katzen, die sich ohne Probleme eine Toilette teilen. Das dürfte jedoch die Ausnahme sein.

Katzenklos lassen sich zunächst in Haubentoiletten und offene Schalentoiletten einteilen. Haubentoiletten haben – wie der Name schon sagt – eine Abdeckung, die verhindert, dass sich die Streu über den Boden verteilt. Manche Modelle haben in der Luke eine Schwingtüre eingebaut. Angeblich fühlen sich manche Katzen mit einer Haubentoilette wohler, weil sie dort ungestört sind.

Die Atmosphäre da drin dürfte allerdings der in einem Dixieklo ähneln, was die Geruchsentwicklung betrifft. Wer möchte das seiner Katze auf Dauer zumuten? Nicht nur deshalb plädiere ich unbedingt für eine offene Toilette. Katzen brauchen beim Verrichten ihres Geschäftes Platz zum Hinkauern und zum Verscharren der Hinterlassenschaften. Im Prinzip ist ein offenes Katzenklo nichts anderes als eine Plastikwanne. Dazu kann man einen aufsteckbaren, nach innen gewölbten Rand kaufen. Der verhindert, dass all zu viel Streu auf dem Boden landet. Zusätzlich kann man eine Matte unterlegen.

Katzenstreu

Auch hier gibt es zahlreiche unterschiedliche Sorten. Prinzipiell unterscheidet man zwischen Klumpstreu und Hygienestreu.

Klumpstreu funktioniert so: Die Feuchtigkeit lässt die Streu zusammenklumpen und der Urin kann als „Pipiboller“ ganz leicht mit einer Schaufel entfernt werden. Katzenklos mit Klumpstreu müssen täglich sauber gemacht werden – besser noch zwei mal am Tag. Ich verwende Klumpstreu. Alle zwei Wochen wasche ich die Toilette gründlich und wechsle die Streu komplett aus.

Bei Hygienestreu muss man nur den Kot entfernen. Der Urin wird durch die Streu komplett aufgesaugt. Wenn keine Flüssigkeit mehr gebunden werden kann und sich Geruch entwickelt, wird die Streu ausgetauscht. Für mich bietet Hygienestreu keinen echten Vorteil. Der Kot muss sowieso täglich entfernt werden und  der Urin sammelt sich inzwischen an – nicht sehr appetitlich, wie ich finde. Entscheidend ist jedoch, womit deine Katze besser zurecht kommt oder woran sie gewöhnt ist.

Wichtig: Keine Klumpstreu für Jungtiere

Für junge Kätzchen sollte man kein Klumpstreu nehmen. Wenn diese von der Streu essen, kann das zu lebensgefährlichen Klumpen im Magen führen!

Woraus besteht Katzenstreu?

Klumpstreu besteht meist aus Tonkörnchen. Durch ihre poröse Struktur können die Tonmineralien besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen, die Streu klumpt deshalb besonders gut. Nachteile: Die Tonkörnchen sind nicht biologisch abbaubar und stauben gern. Öko-Klumpstreu aus Pflanzenfasern ist dagegen komplett biologisch abbaubar und entwickelt weniger Staub. Nach meiner Erfahrung klumpt es allerdings nicht besonders gut. Klumpstreu aus Ton sollte man übrigens nie in die Menschentoilette schütten, das gibt einen verstopften Abfluss.

Hygienestreu gibt es zum Beispiel aus Holzfasern oder einem Gemisch aus Quarzsand und Kalk.

Schaufeln, Eimer und Tüten

Gitterschaufel

Katzenstreuschaufel

Für das Katzenklo benötigt man zwei Schaufeln: Die erste ist eine Gitterschaufel (auch Katzenstreuschaufel genannt) zum bequemen Entfernen der Hinterlassenschaften. Diese wandern gleich in eine kleine Plastiktüte. Seitdem ich eine Katze habe, werfe ich keine Plastiktüte mehr weg. Ich brauche sie alles für’s Katzenklo. Die Gitterschaufel wird am besten in einem kleinen Putzeimer geparkt. Mit der zweiten, „normalen“ Schaufel füllt man jedes Mal ein wenig frische Streu nach.

Katzengras

In einem Katzenhaushalt darf auch ein Topf mit Katzengras nicht fehlen. Das gilt zumindest für Wohnungskatzen. Freigänger können sich auch am Rasen im Garten bedienen. Warum fressen Katzen Gras? Wenn Katzen sich putzen, nehmen sie dabei auch immer Haare mit auf. Mit der Zeit sammelt sich ein ordentlicher Klumpen Haare im Magen an. Das Katzengras unterstützt die Bindung der heruntergeschluckten Haare und hilft ihr beim Herauswürgen der Haarklumpen.

Achtung Verletzungsgefahr!

Das Katzengras sollte nicht zu hart oder scharfkantig sein, damit sich Euer Stubentiger nicht daran schneidet. Außerdem sollte es nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sein. Katzengras gibt es, wie das andere Zubehör auch, in der Zoohandlung.

Im zweiten Teil der Artikelserie erfahrt ihr, was eure Katze sonst noch braucht.

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