„Meine Katze spielt nicht!“ Die 6 wichtigsten Gründe für mangelnde Motivation

von Bärbel
Katze spielt nicht: Katze spielt mit Schnur

[Werbung] Warum spielt meine Katze nicht? Wenn eure Mieze keine Lust auf ihre Spielsachen hat, kann das verschiedene Gründe haben. In diesem Artikel lernt ihr die sechs wichtigsten Ursachen kennen und erfahrt, wie ihr euren Stubentiger zum Spielen motivieren könnt.

Inhaltsübersicht

In den zehn Jahren, in denen Elvis nun bei uns lebt, habe ich eine Menge Geld für Katzenspielzeug ausgegeben. Ich habe das Gefühl, unser Kater hat mehr Spielsachen als so manches Kind. Viele schöne Spielangeln, Federwedel, Mäuse, Bälle, Spielschienen und batteriebetriebene Insekten wurden nach ein paar zaghaften Versuchen links liegen gelassen. Manche Dinge hat er „noch nicht einmal ignoriert“, wie wir hier in Bayern sagen.

Nach und nach habe ich herausgefunden, mit welchem Katzenspielzeug ich mein Tier begeistern kann. Seine Vorlieben wechseln übrigens immer wieder einmal. Im Moment sind Katzenbälle aus gefilzter Wolle schwer angesagt. Neulich kam Elvis nachts mit einem Ball im Maul in unser Bett gesprungen und meinte, es sei jetzt Zeit für ein Fußballspiel.

Spielen macht Spaß und hält gesund

KatzenspielzeugNicht nur kleine Kätzchen, sondern auch erwachsene Katzen spielen normalerweise gern. Im Spiel können Katzen ihren angeborenen Jagdtrieb ausleben. Das ist vor allem für Wohnungskatzen wichtig, die oft zu wenig Bewegung haben. Spielen macht schlank, hält fit, es stärkt die Muskeln und Gelenke und hilft dabei, Stress abzubauen. Außerdem fördert das gemeinsame Spiel die Beziehung zwischen Mensch und Katze.

Angenehmer Nebeneffekt: Katzen, die sich tagsüber auspowern können, machen nachts weniger Radau (so lautet zumindest die Theorie 😉).

Wenn eure Katze also nicht spielen will, solltet ihr der Ursache auf den Grund gehen. Hier die sechs wichtigsten Gründe:

1. Die Katze spielt nicht, weil sie krank oder ängstlich ist

Wenn eine Katze nicht spielen mag, kann es schlicht und einfach daran liegen, dass sie krank ist. Vielleicht hat sie auch Schmerzen in den Gelenken und bewegt sich deshalb möglichst wenig. Spielen ist ein Ausdruck von Lebensfreude. Wenn die Lebensfreude fehlt, wie es bei depressiven Katzen der Fall ist, fehlt auch die Lust zu spielen.

Habt ihr das Gefühl, eure Katze leidet an einer körperlichen oder seelischen Krankheit, solltet ihr das unbedingt von eurem Tierarzt oder eurer Tierärztin abklären lassen.

Auch ängstlichen Katzen steht der Sinn nicht nach Spielen. „Nur eine Katze, die sich sicher fühlt, kann sich auf Jagd und Spiel einlassen. Die leckerste Beute nützt einem nichts, wenn man nicht lang genug lebt, um sie zu genießen“, schreibt die Katzenexpertin Christiane Hauschild in ihrem Buch „Katzenhaltung mit Köpfchen“.

Ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit ist also die Grundvoraussetzung für ein entspanntes Spiel. Deshalb spielen auch Katzen, die von anderen Katzen gemobbt werden, äußerst ungern.

2. Freigänger spielen oft weniger als Wohnungskatzen

Einige Freigänger spielen überhaupt nicht oder nur sehr wenig. Schließlich haben sie draußen genug Gelegenheit zum Jagen. Warum sollte man sich mit einer Spielmaus zufriedengeben, wenn man eine echte haben kann?

Für solche Katzen ist das Zuhause in erster Linie ein Rückzugsort, wo sie sich von ihrem anstrengenden „Arbeitstag“ erholen können. Es genügt ihnen völlig, wenn sie dort schlafen, fressen und mit ihren Menschen kuscheln können.

3. Das falsche Spielzeug

Katzen sind ausgesprochene Individualisten. Auch beim Spielzeug haben sie ihre eigenen Vorlieben. Was die eine spannend findet, entlockt der anderen höchstens ein müdes Gähnen. Wenn sich euer Stubentiger also partout nicht zum Spielen animieren lässt, habt ihr vielleicht noch nicht das richtige Spielzeug für ihn gefunden.

Das Spielzeug sollte der Beute ähnlich sehen

Am beliebtesten sind Spielzeuge, die eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Beutetier aufweisen. Dazu gehören zum Beispiel Federwedel, Spielangeln mit Federn, oder Mäuse aus Plüsch. Geräusche machen die Sache zusätzlich spannend: Probiert deshalb auch einmal Katzenspielzeug mit einer raschelnden oder knisternden Füllung aus.

Angst vor der Beute

So seltsam es klingt, selbst „die allerbeste und routinierteste Mäuse- und Rattenfängerin fürchtet sich vor der Maus“, wie der Katzenkenner Paul Leyhausen in seinem Buch „Katzenseele“ schreibt.

Jedes Beutetier wehrt sich nach Leibeskräften gegen das Gefressen werden – und eine Katze möchte das Verletzungsrisiko durch die Beute möglichst geringhalten. Eine infizierte Wunde könnte eine Katze „erwerbsunfähig“ machen (Leyhausen). Sie könnte vielleicht nicht mehr auf die Jagd gehen und im schlimmsten Fall verhungern.

Deshalb machen Katzen in aller Regel nur auf solche Beutetiere Jagd, die ihnen selbst nicht gefährlich werden können. Aus diesem Grund sollte das Katzenspielzeug nicht bedrohlich wirken und nicht zu groß sein. Ideal ist die Größe einer Maus. Auch bei einer Spielangel sollte der Anhänger nicht allzu groß sein.

Katzenspielzeug sollte gut riechen

Katze spielt mit Baldrianherz

Schafe gehören zwar nicht ins katzische Beuteschema, trotzdem sind Bälle aus Schafwolle bei vielen Stubentigern heiß begehrt. Nicht umsonst gelten Wollknäuel als das Katzenspielzeug schlechthin. Ich vermute, das liegt am „animalischen“ Geruch des Naturmaterials.

Lasst euren Vierbeiner aber bitte nicht ohne Aufsicht mit einem Wollknäueln spielen. Die Schnur kann sich im Eifer des Gefechts um den Hals wickeln und die Katze könnte ersticken.

Viele Katzen mögen außerdem keinen penetranten Plastikgeruch. Gut kommen dagegen kleine Kissen an, die mit Baldrian oder Katzenminze gefüllt sind. Diese Pflanzen haben eine berauschende Wirkung auf Katzen.

Alltagsgegenstände als Katzenspielzeug

Es muss nicht immer fertig gekauftes Spielzeug sein. Viele Katzen freuen sich über selbst gebastelte Dinge. Auch banale Alltagsgegenstände lassen sich wunderbar zum Katzenspielzeug umfunktionieren. Hier einige Beispiele:

• Haargummis
• Verpackungskartons
• Weinkorken
• Papierknäuel (rascheln so schön)
• Knäuel aus Alufolie
• Tischtennisbälle
• Schnüre
• Vogelfedern vom Spaziergang

Egal, ob es sich um umfunktionierte Haushaltsgegenstände, gekauftes oder selbst gebasteltes Spielzeug handelt: Ihr solltet immer wieder einmal etwas Neues ausprobieren, weil sich die Vorlieben eurer Katze über die Zeit ändern.

Nicht alles offen liegen lassen

Bei uns zuhause In manchen Katzenhaushalten muss man aufpassen, wo man hintritt, denn überall liegen Bälle, Spielmäuse und Katzenminzekissen auf dem Boden.

Trotzdem ist es ungünstig, sämtliches Spielzeug, das die Katze besitzt, offen herumliegen zu lassen. Wenn die Spielsachen ständig zur Verfügung stehen, verlieren sie ihren Reiz. Ihr solltet nur eine kleine Auswahl vom aktuellen Lieblingsspielzeug draußen lassen und den Rest wegräumen. Nach ein paar Tagen tauscht ihr die Sachen gegen andere aus. So werden auch alte Spielsachen wieder spannend.

Spielangeln solltet ihr aus Sicherheitsgründen nur dann hervorholen, wenn sie gebraucht werden.

Katze spielt mit Feder

Hier spielt Elvis mit einer Schwanenfeder

4. Das Spiel ist nicht realitätsnah

Das schönste Spielzeug bringt allerdings nichts, wenn man es falsch benutzt. Nehmen wir das Beispiel einer Spielangel. Die meisten von uns schwingen instinktiv eine Spielangel auf die Katze zu.

Doch wenn ihr mit eurer Katze spielt, solltet ihr folgendes immer im Hinterkopf behalten: Das Spielzeug imitiert die Beute. Läuft oder fliegt die Beute auf die Katze zu? Eher nicht. Sie versucht, zu fliehen.

Bewegen wie ein Beutetier

Im Spiel solltet ihr das Bewegungsmuster der Beute nachahmen. Bewegt die Spielangel also immer von der Katze weg und nicht auf die Katze zu. Christiane Hauschild empfiehlt, die Spielangel immer nur ganz kurz an der Katze „vorbeilaufen“ zu lassen.

Eine Maus läuft normalerweise immer die Wände entlang und versucht, möglichst oft in Deckung zu gehen. Genau dieses Verhalten könnt ihr imitieren, indem ihr eine Spielangel die Wand entlang zieht. Probiert es einmal aus!

Noch mehr Spaß macht es, wenn ihr eurer Katze zusätzliche Möglichkeiten zur Tarnung anbietet. Das kann ein großes Kissen sein oder ein Korb, in den sie hineinspringen und die „Beute“ durch das Geflecht hindurch beobachten kann.
Zwischendurch und auch am Schluss solltet ihr unbedingt dafür sorgen, dass die Katze die Beute auch erwischt. Sonst droht Frust.

Laserpointer für Katzen haben den Nachteil, dass der rote Punkt zwar verfolgt werden kann, sich aber nicht fangen lässt. Wenn ihr mit einem Laserpointer spielt, gebt eurer Katze zum Schluss ein Leckerli, damit sie das Gefühl hat, gewonnen zu haben.

Auf die Jagdphasen der Katze eingehen

Wenn ihr denkt, eure Katze spielt nicht, ist sie vielleicht schon dabei – ohne, dass ihr es mitbekommen habt. Zur Jagd gehört nämlich auch das Beobachten der Beute, das Auflauern und Anpirschen.

Für ein besonders realistisches Spiel solltet ihr auf die vier Jagdphasen eingehen:

• Phase 1: Beobachten der Beute
• Phase 2: Beschleichen und Jagen
• Phase 3: Anspringen, Zupacken und Zubeißen
• Phase 4: Wegtragen und/oder Tötungsbiss

Manche Katzen lassen ihre Beute nach Phase drei wieder los, um sich erneut auf sie zu stürzen. Auf uns Menschen wirkt das sehr grausam, aber im Spiel schadet es zum Glück niemandem.

5. Der falsche Zeitpunkt

Katze spielt mit Federwedel

Manchmal ist es auch einfach der falsche Zeitpunkt. Wenn eure Samtpfote gerade ein Nickerchen macht, wird sie nicht begeistert sein, wenn ihr sie zum Spielen aufweckt.

Ihr solltet also abwarten, bis eure Katze in Spiellaune ist. Ein günstiger Zeitpunkt ist die Morgen- und die Abenddämmerung, wenn eine Katze normalerweise auf die Jagd geht. Unser Morgenritual: Ich werfe Trockenfutter-Bröckchen und Elvis läuft hinterher und fängt sie.

Katzen fordern ihre „Dosenöffner“ auch direkt zum Spielen auf: Dann wird Spielzeug angeschleppt, am Ärmel gezupft oder eindringlich „Miau“ gerufen. Auch wenn eure Katze herumhüpft und den Kopf dabei schief legt, will sie wahrscheinlich beschäftigt werden.

Manche Katzen spielen lieber öfter und kürzer, manche lieber länger. Für den Anfang könnt ihr es mit zweimal täglich zehn Minuten versuchen. Wenn möglich, solltet ihr erst dann aufhören, wenn eure Katze genug hat. Brecht ihr das Spiel vorzeitig ab, könnte sich das für eure Katze wie eine Strafe anfühlen.

6. Meine Katze spielt nicht, weil ich selbst nicht bei der Sache bin

Katzen spüren sehr genau, wenn man selbst nicht bei der Sache ist. Wer gerade keine Zeit oder Lust hat, sich mit seiner Katze zu beschäftigen, schafft es meistens auch nicht, sein Tier zum Spielen zu animieren.

Bevor ihr also einen halbherzigen Versuch startet, wartet lieber ab, bis ihr den Kopf frei habt für eine fröhliche Spielerunde.

AGILA Podcast „Pfote drauf“

Unter dem Namen „Pfote drauf“ hat die AGILA Haustierversicherung übrigens einen tollen Podcast ins Leben gerufen. In der zweiten Folge von „Pfote drauf“ dreht sich alles um das Thema „Bewegung“. Die Tierärztin Melanie Ahlers und der Tierarzt Karim Montasser erklären, warum Bewegung so wichtig ist und wie ihr eure Vierbeiner am besten beschäftigen könnt. Hört unbedingt mal rein!

Dieser Beitrag wird unterstützt von der AGILA Haustierversicherung. Dafür vielen Dank!

Bilder: © Lieblingskatze

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2 Kommentare

The Swiss Cats 28. Mai 2021 - 21:49

Alle diese Gründe sind so richtig ! Nr 4 ist oft misverstanden. Schnurren

Antwort
Bärbel 31. Mai 2021 - 9:23

Vielen Dank für das liebe Feedback 🙂

Antwort

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